Infos zu den verschiedenen Fortbildungscurricula

 

Veranstaltungen
Informationen zum Fortbildungscurriculum des zptn
 

 

Fortbildung Traumapädagogik & Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT/FVTP, vormals BAG-TP)

Die Fortbildung „Traumapädagogik & Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT/FVTP)” dient speziell der Professionalisierung pädagogischer und assoziierter Fachkräfte im Bereich der Psychotraumatologie. Die Inhalte dieser methodenübergreifend und ressourcenorientiert konzipierten Fortbildung basieren auf den aktuellen international gültigen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Psychotraumatologie, der Bindungs- und Stressforschung und entsprechen dem gemeinsamen Fortbildungsstandard der Dachverbände „Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT)“ und „Fachverband Traumapädagogik (FVTP; vormals Bundesarbeitsgemeinschaft Traumapädagogik BAG-TP)“.

 

Ab dem 01.01.2018 gelten für das Curriculum „Traumapädagogik & Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT/FVTP)“ neue Richtlinien, die Sie im Detail bei der DeGPT einsehen können.

 

War bisher für den Erwerb der Doppelqualifikation „Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung“ (DeGPT/BAG-TP)“ das Durchlaufen einer mindestens 120 UE umfassenden, entsprechenden Fortbildung notwendig, so besteht die wichtigste Änderung des neuen Curriculums darin, dass nun für einen Abschluss des Curriculums „Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung“, also

  • entweder den Abschluss „Schwerpunkt Traumapädagogik (DeGPT/FVTP)“
  • oder den Abschluss „Schwerpunkt Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT/FVTP)“

mindestens 150 UE verpflichtend sind (= 30 UE mehr als bisher und dies für einen Schwerpunktabschluss).

 

Sofern InteressentInnen beide Schwerpunktabschlüsse erwerben wollen, also die Doppelzertifizierung  „Schwerpunkt Traumapädagogik (DeGPT/FVTP)“ und „Schwerpunkt Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT/FVTP)“, so ist diese ab 2018 nur mehr für mindestens 180 UE zu erhalten (= 60 UE mehr als es bisher für die Doppelqualifikation notwendig war).

 

Das ZPTN bietet das sog. „Integrierte Curriculum Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT/FVTP)“ im Rahmen seiner bewährten 10-teiligen Curricula >Trauma - Bindung - Therapie< an, das beide Schwerpunktabschlüsse inkludiert und darüber hinaus einige zeitliche, strukturelle und inhaltliche Erweiterungen der Standards des Dachverbandes beinhaltet.

Auch wenn das Integrierte Curriculum mit dem Doppelabschluss zeitlich und monetär gesehen (noch) etwas ressourcenintensiver ist als ein Einzelabschluss in TP oder TZFB und auch wenn wir mit dieser - bezogen auf die Praxisfelder - künstlichen Aufteilung in zwei verschiedene Bereiche nicht bedingungslos glücklich sind, so bietet der Doppelabschluss gegenüber dem Einzelabschluss in der Summe doch einige Vorteile:

  • Die Inhalte und Perspektiven von TP und TZFB, die im pädagogischen Feld basal zusammengehören und miteinander verschränkt sind, werden – wie es auch im „alten“ Curriculum der Fall war – durchgängig zusammengehalten, was und weil dies dem Anforderungsprofil der meisten pädagogischen Arbeitsfelder entspricht.
  • Damit verbunden ist: In unseren zptn-Ausbildungsgruppen wird vom ersten bis zum letzten Seminar und an den Supervisionstagen eine Durchmischung der verschiedenen pädagogischen und therapeutischen Felder gewährleistet; d. h. es findet keine künstliche Separierung in „TraumapädagogInnen“ und „TraumafachberaterInnen“ statt, so dass alle in pädagogischen, beraterischen, medizinischen, seelsorgerischen und therapeutischen Arbeitskontexten Tätigen mit- und voneinander lernen können.
  • Dies geschieht auch in den obligaten regionalen Peer(Lern)gruppen, die jeweils 2 mal zwischen den Modulen zusammenkommen..
  • Da die AbsolventInnen des Integrierten Curriculums von vornherein den Doppelabschluss TP und TZFB erwerben, müssen sie nach dem Erwerb eines Schwerpunktabschlusses nicht schauen, ob, wo und wann sie ggf. den anderen Schwerpunktabschluss aufsatteln können.
  • Im pädagogischen Bereich Tätige wechseln im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn meist mehrfach das Arbeitsfeld. Eine integrierte Qualifikation in TP und TZFB beinhaltet, dass pädagogische Fachkräfte bei einem Wechsel des Tätigkeitsschwerpunktes (sei es in Richtung stärkerer Betonung der traumapädagogischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Adoleszenten, z. B. in der stationären Jugendhilfe oder Behinderteneinrichtungen, oder sei es in Richtung stärkerer Betonung der traumazentrierten Fachberatung, z. B. in Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt oder in der Arbeit mit Flüchtlingen) automatisch die Qualifikation für beide Bereiche vorhalten – und damit ihre Chancen gegenüber Mitbewerbern verbessern, die „nur“ einen Schwerpunktabschluss mitbringen.
  • Die zwei-, zum Teil dreitägigen Module des zptn-Curriculums beinhalten 15 Zeitstunden (= 20 UE) bzw. 22 Zeitstunden (= 29 UE) theoretischen und praktischen Untericht.
  • Ein Gruppen-Supervisionstag geht über 7 Zeitstunden (= ~ 9 UE)
  • Die Module bauen im folgenden Sinn aufeinander auf: >von der Geschichte zur Gegenwart< , >vom Allgemeinen zum Speziellen< , >vom Einfachen zum Komplexen< , >vom Theoretischen zum Praktischen<

 

Zugangs- und Abschlussvoraussetzungen:

Teilnahmeinformationen zum Curriculum

Teilnehmen können Angehörige pädagogischer und sozialer Berufsfelder sowie Tätige in medizinischen und therapeutischen Berufsgruppen.

Dazu gehören Sozial- und HeilpädagogInnen, Diplom-PädagogInnen, ErzieherInnen, LehrerInnen sowie spezialisierte Krankenpflegekräfte, Rettungseinsatzkräfte und SeelsorgerInnen, die mit traumatisierten Menschen arbeiten oder dies im Rahmen ihres Grundberufes in Zukunft vorhaben.

Ebenso gehören dazu ÄrztInnen, PsychologInnen, approbierte und nicht-approbierte PsychotherapeutInnen, Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen

Die Teilnahme an den Fortbildungen erfolgt selbstverantwortlich. Die Bereitschaft, an Selbsterfahrungsübungen teilzunehmen, wird vorausgesetzt. Dies gilt ebenso für die Fähigkeit, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu wahren.

 

Voraussetzungen für den institutseigenen zptn- wie auch den offiziellen DeGPT/FVTP-Zertifikatserwerb:

Das Anforderungsprofil für den Zertifikatserwerb am zptn beinhaltet die Kriterien der DeGPT und geht darüber hinaus

- Drei schriftliche Fallberichte und ein Video über Ressourcenarbeit, alternativ kann ein Fallbericht durch einen Projektbericht ersetzt werden

- Nachweis von mind. fünf Doppelstunden Selbsterfahrung zu eigenen belastenden Lebensereignissen

- Teilnahme an den vorgegebenen Supervisionstagen und Peergruppentreffen sowie

- Teilnahme am Prüfungskolloquium

siehe auch AGBs

 

  • Die gesamte Weiterbildung muss durchlaufen werden, wobei maximal acht Unterrichtseinheiten Fehlzeit erlaubt sind  (= ein Veranstaltungstag insgesamt). Darüber hinaus gehende Fehlzeiten erfordern das Nachholen der verpassten Inhalte in einem der parallel laufenden Curricula. Da die entsprechenden Nachholmöglichkeiten sich nach der Anzahl freier Platzkapazitäten in den Parallelcurricula bestimmen, kann ein Nachholtermin im laufenden Weiterbildungsjahr nicht immer garantiert werden; es besteht kein Anspruch auf einen zeitnahen Ersatztermin.
  • Es müssen von jedem Teilnehmenden folgende Leistungen erbracht werden:
    • in einem der beiden Schwerpunkte (Traumapädagogik oder Traumazentrierte Fachberatung; dies entscheidet der Teilnehmende) eine Fallvorstellung (nach einem vorgegebenen Schema) und eine Projektvorstellung (z. B. Entwicklung eines traumasensiblen Flyers für Klienten zur Einführung in den traumazentrierten Arbeitsansatz; Entwicklung eines traumasensiblen Einrichtungskonzepts; Erarbeitung traumaspezifischer psychoedukativer Modelle für die Klientel der je eigenen Einrichtung; Aufbau und Durchführung einer Stabilisierungsgruppe etc.), beides jeweils mündlich und schriftlich und beides jeweils belegt durch ein Originaldokument (z. B. Videoaufnahme, Zeichnungen, Tagebuchnotizen des Klienten, Begrüßungsflyer);
    • im anderen der beiden Schwerpunkte (Traumapädagogik oder Traumazentrierte Fachberatung) eine Fallvorstellung (nach einem vorgegebenen Schema), mündlich und schriftlich sowie ebenfalls belegt durch ein Originaldokument. (Beim Einzelabschluss – nur zwei Plätze pro Curriculum – entfällt diese Anforderung.)

 

 

 

Curriculum Traumapädagogik & Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT/FVTP)

 

 

Ziele des Trauma-Fortbildungs-Curriculums

Große sowie kleine einmalige, sich wiederholende oder über Wochen, Monate oder gar Jahre anhaltende, also sequentielle schockierende Lebensereignisse (Traumata) hinterlassen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen häufig zahlreiche Entwicklungsstörungen und posttraumatische Störungsbilder. Diese werden als solche von Bezugspersonen und oft auch von Fachkräften nicht erkannt. Ein unpassender, oft sogar schwarzpädagogischer Umgang damit oder unspezifische Therapieformen können die Traumafolgen noch verstärken und schwere Krisen nach sich ziehen, die mit einer adäquaten pädagogisch bindungsorientierten und traumatherapeutischen Haltung und Vorgehensweise gelindert bzw. vermieden werden können. Geschieht dies durch fehlende Ausbildung und Wissen nicht, kommt es zur Chronifizierung und oft zu langjährigen problematischen Behandlungsverläufen bei Kindern, Jugendlichen und auch erwachsenen traumatisierten Menschen.

Theoretisches und praktisches Wissen um Traumafolgen, Behandlungskonzepte mit Stabilisierungs-, Reorientierungs- und Ressourcentechniken können dem vorbeugen.

Ziel der curricularen Trauma-Fortbildung ist daher die Vermittlung allgemeiner Grundlagen der Psychotraumatologie sowie moderner Konzepte der Traumapädagogik und -beratung in Theorie und Praxis. In den einzelnen Modulen werden Erkenntnisse der Neurobiologie, der Bindungs-, Stress- und Traumaforschung mit dem traumazentrierten und ressourcenorientierten Ansatz nach dem KReST-Modell (Körper-, Ressourcen- und Systemorientierte Traumatherapie) verbunden. Dazu gehören auch entwicklungspsychologische und systemische Aspekte. In Form von anschaulichen Präsentationen, Ü̈bungen (Training und Selbsterfahrung), Rollenspielen, Video- und Live- Demonstrationen werden die Inhalte praxisnah von Modul zu Modul aufeinander aufbauend vermittelt.

 

Adressaten

Das Curriculum richtet sich an SozialpädagogInnen, ErzieherInnen, HeilerziehungspflegerInnen, spezialisierte Pflegekräfte aus Psychiatrien und Kliniken, Einsatzkräfte, LehrerInnen und TherapeutInnen verschiedener Schulen sowie an weitere helfende Berufsgruppen, die im Spannungsfeld von Trauma und Gewalt tätig sind.

 

Gesamtstruktur der curricularen Fortbildung

Die Fortbildung findet in Modulen statt, die thematisch aufeinander aufbauen. Im Ausnahmefall können einige Module auch einzeln gebucht werden, sofern Traumafortbildungsnachweise anderer anerkannter Traumafortbildungsinstitute vorliegen. Um jedoch die erforderlichen Kompetenzen und Zertifizierungen zu erwerben, ist die Teilnahme am gesamten Curriculum zu empfehlen und verbindlich.

 

a) Arbeiten in Peergroups

Zwischen den Seminarmodulen arbeiten die TeilnehmerInnen obligat in regionalen Peergroups (drei bis sechs Personen) an mindestens zwei Terminen je drei bis vier Stunden zusammen (selbstorganisiert), um theoretische und praktische Inhalte zu vertiefen und einzuüben.

 

b) Supervision (obligat)

Für die Zertifizierung sind 21 Std./ 28 UE= 3 Tage (je 7 Zeitstd./ 9 UE) Fall-Supervision in der Gruppe erforderlich.

 

c) Zertifizierung
Für das Zertifikat gilt als Voraussetzung:

  • Teilnahme an 24 Std. Gruppensupervision
  • Eigene Fallpräsentationen an den Supervisionstagen
  • 3 abschließende Fallberichte (3 bis max. 5 Seiten)
  • Video über die Anwendung einer Ressourcentechnik
  • 5 Sitzungen/Doppelstunden Selbsterfahrung >Traumakonfrontation<
  • Erfolgreiche Teilnahme am mündlichen Prüfungskolloquium in Kleingruppen

 

Lehr- und Lerninhalte der einzelnen Module

Modul 1Einführung in Psychotraumatologie und Neurobiologie (24 UE)

  • Einführung in den Lehrgang, Abschlussvoraussetzungen, Peergroup-Einteilung, Selbsterfahrung
  • Geschichte der Psychotraumatologie
  • Einführung in Psychotraumatologie
  • Neurophysiologie von Stress- und Traumaverarbeitung
  • Neuroplastizität, Trauma, Dissoziation, Gedächtnisbildung
  • Begriffe und Konzepte der psychischen Traumatisierung
  • Stand der wissenschaftlichen Forschung
  • Einü̈hrung in die Traumapädagogik –Ü̈berblick zu traumazentrierten Arbeitsfeldern
  • Einü̈hrung ins 4-phasige „KReST-Modell“ (Körper-, Ressourcen- und Systemorientierte Traumatherapie) der traumazentrierten Therapie, Beratung und Traumapädagogik
  • Basisstrategien traumazentrierter Pädagogik und Beratung sowie Abgrenzung zur Therapie

 

Modul 2Diagnostik und Einführung in zentrale Aspekte traumasensibler Arbeit (24 UE)

  • Diagnostik/Differentialdiagnostik und Behandlungsgrundlagen posttraumatischer Belastungsstörungen („Konzept des guten Grundes“ für das Symptomverständnis)
  • Einführung in die traumasensible Grundhaltung in der Traumapädagogik
  • Basisstrategien traumazentrierter Arbeit bei akuten und komplexen Traumatisierungen
  • Theoretische und praktische Einführung in: Stabilisierungstechniken, Ressourcenetablierung, Distanzierungs-, Reorientierungs-, und Dissoziations-Stopp-Techniken, Notfall-Liste, Notfallkoffer
  • Selbstfürsorge und MitarbeiterInnenfürsorge
  • Übungen und Selbsterfahrung (Praxis und Reflexion)

 

Modul 3Ressourcen- und Stabilisierungsarbeit (24 UE)

  • Strukturelle Voraussetzung für Stabilisierung, u. a. anschauliche Psychoedukation  
  • Interaktionelle Elemente der Stabilisierung wie „validierende Gesprächsführung“ usw.
  • Köperliche Stabilisierung: basale Selbstfürsorge, Selbstregulation / Affektregulation, einfache Entspannungstechniken; soziale Stabilisierung: Schaffung einer möglichst sicheren äußeren Umgebung „safety first“ (Täterkontakt? Andere Bedrohungen?), Möglichkeiten finanzieller Unterstützung, soziale Ressourcen, Netzwerkarbeit
  • Praxiseinheit: vertiefende Übungen, z. B. vom sicheren "äußeren Ort" zum sicheren "inneren Ort" in der Traumapädagogik, Imaginationsübungen (Innere Helfer, Fernbedienung, Tresor, Baumübung)
  • Einfü̈hrung und Live-Demonstration in die „Screen-/Bildschirm-Technik“ zur Ressourceninstallation
  • Einfü̈hrung in TRE (Trauma Releasing Exercises/ Berceli)

 

Modul 4 Ressourcen, Akuttraumata, Trauma & System (24 UE)

  • Vertiefung der Bedeutung einer traumasensiblen Haltung (z. B. Wertschätzung, Ressourcenorientierung, Krisen als Teil des Prozesses, Konzept des guten Grundes, Augenhöhe, Transparenz, Klarheit, Selbstfürsorge, Reflexion/Supervision); Genderperspektive und Kultursensibilität
  • Vertiefend: Screentechnik KReST für positive Life-Events/ PLE (Praktikum)
  • Akut-Traumata - Grundlagen notfallpsychologischer Handlungskonzepte u. a. N.E.T./KReST
  • Traumatische Verlusterlebnisse (wenn der Tod plötzlich, zur Unzeit und grausam eintritt)
  • Systemische Aspekte von Traumafolgen und PTBS innerhalb der Familie
  • Ressourcenreicher Umgang mit Traumafolgen im familiären Kontext
  • Traumasensible und bindungsorientierte Elternarbeit
  • Traumapädagogische Gruppenarbeit

 

Modul 5Komplexe Traumastörungen, strukturelle Persönlichkeits-Änderungen (24 UE)

  • Phänomenologie und Diagnostik von Persönlichkeits- und dissoziativen Störungen bedingt durch komplexe Traumatisierung (DESNOS, „ego-state-disorder“, DDNOS, DIS/“MPS)“
  • Theorie der strukturellen Dissoziation
  • Vertiefung: Traumadefinitionen, Klassifizierung der Traumafolgestörungen (ICD 11/ DSM 5, Fischer, Riedesser, Huber, Besser)
  • Formen von Traumatisierung: primäre, sekundäre und tertiäre Traumatisierung; mono bzw. singuläre vs. komplexe, indiviuelle (manmaid) vs. kollektive Traumatisierung (strukturelle Gewalt); akute oder chronische Traumatisierung; Traumatisierung durch Extremereignisse vs. kumulative Traumatisierungen (Kahn)
  • Körperliche und Sexualisierte Gewalt und Misshandlungen
  • Einführung der Arbeit auf der inneren Bühne mit Teilen der Persönlichkeit / »Ego-State-Therapie« / „Schematherapie“ in der VT
  • Praxiseinheit mit TRE-Übungen und Atemtechniken

 

Modul 6Bindung und Trauma im systemischen Kontext (transgenerationale Weitergabe): Theorie und Praxis (Anwendung in den relevanten Arbeitsfeldern) (24 UE)

  • Einführung in die Bindungstheorie und Forschung; Bindungsmuster und Bindungsstörungen; Wechselwirkung zw. Trauma und Bindungsstörungen; Folgen über die Lebensspanne (Schutz und Risikofaktoren, Resilienz, Kohärenzgefühl; Saluto- vs. Pathogenese)
  • Bindungsmuster und Bindungsstörungen
  • Frühe Bindungstraumatisierung (inklusive pränatale und vorsprachliche Bindungstraumatisierung)
  • Auswirkungen im Entwicklungsverlauf bis ins Erwachsenenalter - sequentielle Traumatisierung
  • Transgenerationale Weitergabe von Bindungsmustern, Bindungsstörungen und Psychotraumata
  • Überblick über spezifische Arbeitsfelder mit den jeweiligen Zielgruppen, Möglichkeiten und Grenzen: z. B. Sucht, Gewalt, Suizid- und Essstörungspräventionsstellen, Akutversorgung/ Krisenintervention; psychosoziale Versorgung/Streetwork; NGOs (Frühe Hilfen); Psychotraumatherapeuten (Zusatzmodule für Fachkräfte aus diesen Bereichen)
  • Spezifitäten und Abgrenzung der genannten Arbeitsfelder voneinander
  • Praxiseinheit: Eigenanwendung AAI, Ressourcenübungen

 

Modul 7 Überblick über traumaspezifische Behandlungsverfahren (24 UE)

  • Traumafolgesymptomatik und -problematik und Traumaverarbeitung/-integration (inkl. Kindheitstraumata)
  • Überblick über traumaspezifische Therapieverfahren der Traumakonfrontation im Vergleich (Screentechnik KReST, EMDR, PITT, VT, NET und prolongierte Exposition, SE, IRRT, TRIMB u. STI)
  • Traumabearbeitung mit Kindern u. Jgdl. (TEG: Trauma-Erzähl-Geschichten, kreative Techniken, STI)
  • Einführung in die Prozessplanung für die traumapädagogische Arbeit
  • Grenzen der Traumapädagogik und Fachberatung, Therapiebedarf erkennen, Experten-Netzwerk
  • Institutionelle Bedingungen traumaspezifischer Arbeit (Strukturen, Übergaberegeln, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, Kooperationen)
  • Praxiseinheit: Selbsterfahrung, die eigene Traumalandkarte, Arbeit auf der eigenen inneren Bühne; „Wer bin ich und im Zweifelsfall wie viele“; Bergen Innerer Kinder / verletzter jüngerer „ICH-Anteile“, Screen-/ Bildschirm-Technik (KReST-Modell), Video- und Live-Demonstration

 

Modul 8Gewalt und sexuelle Ausbeutung / Misshandlungen in Familie und Gesellschaft;

             – Anwendungsfelder des KReST-Modells für das Arbeitsfeld der TraumapädagogInnen (24 UE)

  • Gewalt: Formen, Ursachen, Entstehungsbedingungen, Prävention
  • Täter-Opferdynamiken, Familiendynamiken, Mütter als Täter*innen, organisierte und rituelle Formen sexueller Misshandlungen
  • Täter: Tätertypen, Verleugnungsstrategien, „Grau-Gestehen“, Delikt-orientierte Täterarbeit / Therapie
  • Vertiefung der traumapädagogischen Grundhaltung anhand praktischer Umsetzung mittels des KReST-Modells
  • Beziehungsdynamik: Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene, Wiederholung und Erwartung und „stellvertretende Traumatisierung“
  • Vertiefende Psychohygiene für die helfenden Berufsgruppen
  • Praxiseinheit: Übungen und Selbsterfahrung in Dreiergruppen
  • TRE-Übungseinheit

 

Modul 9Rechtliche Grundlagen und juristische Fragen (24 UE)

  • Juristische Aspekte zu Kinderschutz, GewSchG, OEG, Zivil- und Strafrecht
  • Kinder- und Gewaltschutz, §8a, in Pädagogik und Therapie
  • Gewalt, Entstehung, Täter/Tätertypen und Behandlung
  • Unterschiedliche traumatherapeutische Konzepte (KReST, PITT, EMDR, VT)
  • Gewaltprävention in Pädagogik, Therapie und Gesellschaft

 

Modul 10Supervisions-/Praxisseminar (Vorbereitung auf das Kolloquium) (20 UE)

  • Supervision mit Rollen-, aufgabenspezifischer und perö̈nlicher Selbstreflexion
  • Präsentation eigener Fallberichte / Videos / Projektarbeiten
  • Peergroup-Präsentationen
  • Vorbereitung auf das Kolloquium
  • Theoretische und praktische Fragen und Ü̈bungen

 

Abschluss-Prüfung / Kolloquium (in Kleingruppen, z.B. den Peergruppen, 3-5 Teilnehmer)

  • Im Kolloquium werden den Prüfungskandidaten die Ratingergebnisse ihrer eingereichten Fallberichte und Videos mitgeteilt sowie anschließend einige Fragen zu theoretischen und praktischen Inhalten des absolvierten Curriculums gestellt.